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Hühnerauge
Ein Hühnerauge ist eine Verhärtung der Haut mit einem Kern, einem harten Stachel. Es ist deutlich abgegrenzt, tritt am häufigsten an der Fußsohle auf und verursacht in der Regel Beschwerden und Schmerzen. Die Ursache können nicht passende Schuhe oder Socken sein, die zu Irritationen der Haut führen.
Zuletzt revidiert: 08.04.2016

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Was sind Hornhaut und Hühneraugen?

Hornhaut, also eine Verhärtung der Haut, bezeichnet einen Hautbereich, der sich durch ständigen Druck auf die Umgebung verdickt. Die Hautverdickung dient dazu, die Haut zu stärken und vor weiterem Verschleiß zu schützen. Eine solchermaßen verdickte Haut verursacht nicht notwendigerweise Schmerzen. Wenn sie aber schmerzt, dann ist eine entsprechende Behandlung erforderlich.

In der Mitte des verdickten Hautbereichs an der Fußsohle bildet sich häufig ein harter Kern. Dieser Kern fühlt sich wie ein Stachel an, der in die Unterhaut sticht. Die Bezeichnung für diese Erscheinung ist Hühnerauge. Meist treten Hühneraugen an den Zehen oder am Vorderfuß auf. Normale verdickte Haut (Hornhaut) findet sich an Füßen, Händen und anderen Hautbereichen, die ständiger Reibung ausgesetzt sind.

Ursache

Die Ursache können Schuhe oder Socken sein, die nicht passen oder Nähte haben, die die Haut reizen.

Manche Menschen sind anfälliger und können Hühneraugen sogar an den Händen bekommen. Dazu zählen Sportler, die abgegrenzte Bereiche der Haut einer starken Reibungsbelastung aussetzen, wie z. B. Gewichtheber.

Auch bestimmte körperliche Bedingungen können zur Bildung von Hornhaut und Hautverdickungen führen, beispielsweise an knöchernen Vorsprüngen oder aufgrund von Fehlstellungen der Füße und Zehen wie z. B. Hammerzehen.

Symptome

Verdickte Haut ohne klare Abgrenzung findet sich am häufigsten über Knochenvorsprüngen der Füße und Hände. Sie ist oft gelblich und hat eine runde oder ovale Form, ist aber größer als Hühneraugen. Solche Verdickungen können schmerzlos oder mit Schmerzen verbunden sein.

Ein Hühnerauge hat einen harten Kern, einen Stachel. Es ist klar abgegrenzt, findet sich am häufigsten an den Füßen und verursacht im Allgemeinen Beschwerden und Schmerzen.

Besuch beim Arzt

Wenn Patienten es nicht schaffen, Hornhaut oder Hühneraugen eigenständig zu behandeln, und wenn diese Beschwerden oder Schmerzen verursachen, sollten sie ihren Arzt konsultieren. Patienten mit Diabetes oder schlechter Durchblutung der Beine sollten schon vorher ärztlichen Rat einholen, weil sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In der Regel müssen weder Hornhaut noch Hühneraugen akut behandelt werden.

Falls sich rund um das Hühnerauge Rötungen oder Wunden bilden, falls die Schmerzen zunehmen oder es zu Schwellungen, Fieber oder Verfärbungen der Finger oder Zehen kommt, sollten Patienten so schnell wie möglich ihren Arzt konsultieren.

Diagnose

Die Diagnose stützt sich fast immer darauf, wie die Haut aussieht und wie sie sich anfühlt. Weitere Untersuchungen sind so gut wie nie notwendig. Wenn Fehlstellungen der Füße oder Zehen vorliegen, kann in einigen Fällen eine Röntgenaufnahme hilfreich sein.

Behandlung

Empfehlungen für Patienten

Die Patienten sollten in einem frühen Stadium der Entwicklung von Hornhaut, wenn es zu einer Wundbildung durch Reibung kommt, eine schützende Kompresse oder Bandage über den Wundbereich legen, um die Reibung gegen die Haut zu reduzieren, bis die Wunde verheilt ist.

Wenn sich Schwielen gebildet haben, sollten diese abgefeilt und eingecremt werden, um die Haut weich und geschmeidig zu halten. Zu empfehlen sind auch Hühneraugenpflaster mit Salizylsäure, unter denen sich die Haut gut auflöst. Gegebenenfalls können die obersten Schichten der Hornhaut sanft abgetragen und abgeschnitten werden. Dabei darf man aber nie so tief gehen, dass die Stelle zu bluten beginnt.

Die Irritation der Hände und Füße kann z. B. durch Handschuhe oder durch einen Wechsel der Schuhe oder Strümpfe verringert werden. Vor einer Behandlung mit Feilen und Hobeln ist ein Fußbad zu empfehlen.

Wenn die konventionelle Behandlung nicht hilft, kann unter Umständen ein operativer Eingriff erforderlich sein. Eine Operation wird sich in erster Linie gegen die zugrunde liegende Ursache richten. So kann z. B. ein Stück Knochen an Knochenvorsprüngen abgetragen werden, die für eine ständige Belastung der Haut sorgen.

Vorbeugende Maßnahmen

Betroffene sollten Schuhe und Strümpfe tragen, die genau passen und somit keine Scheuerstellen verursachen. An Knochenvorsprüngen, an denen eine erhöhte Gefahr von Reibung gegen die Haut besteht, kann ein Pflaster mit Ausschnitt, ein sogenanntes Ringpflaster, aufgelegt werden.

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Prognose

Wenn die Ursache des Problems beseitigt ist, heilen die entsprechenden Stellen normalerweise wieder, in manchen Fällen ist dies aber nicht möglich. Dann müssen sich die Betroffenen besonders sorgfältig um die Pflege ihrer Füße kümmern, die Hornhaut z. B. mit Hühneraugenpflastern lösen und die verdickten Bereiche in regelmäßigen Abständen abschaben.

Weiterführende Informationen

  • Clavus – Informationen für ärztliches Personal

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Clavus (Hühnerauge). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Silverberg NB. Clavus. Medscape, last updated September, 2017 emedicine.medscape.com
  2. Coughlin MJ: Common causes of pain in the forefoot in adults. J Bone Joint Surg Br 2000; 82: 781-90. PubMed
  3. P. Altmeyer.E. Die Online Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. Zugriff 19.11.2018 www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  4. Waizy H, Dohle J. Die aktuelle S2e-Leitlinie zum Hallux valgus. OUP 2016 www.online-oup.de
  5. Murray HJ, Young MJ, Hollis S, Boulton AJ: The association between callus formation, high pressures and neuropathy in diabetic foot ulceration. Diabet Med 1996; 13: 979-82. PubMed
  6. Anderson J, White KG, Kelechi TJ. Managing common foot problems in older adults. Journal of Gerontological Nursing 2010; 36 (10): 9-14. DOI: 10.3928/00989134-20100831-03 DOI
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